Schlagwort: Reise

Das Echte

Oft lese ich in Begleittexten zu Fotostrecken über andere Länder, das der Fotograf „das echte/das wahre XXXX, abseits der Touristenpfade“ fotografieren/zeigen will. Zu Fotostrecken über sein Heimatland wird so etwas so gut wie nie geschrieben. Bedeutet dies, das wir meinen, von unserem Heimatland immer das Echte/das Wahre zu fotografieren, setzen wir das einfach voraus? Oder ist uns dies „zu Hause“ nicht wichtig?
Warum schreibt ein Fotograf, der in Hamburg wohnt und Fotos von München macht nicht, „ich wollte das echte/das wahre München, abseits der Touristenpfade fotografieren“? In Texte zu Fotostrecken über Thailand, Schottland, Mexico etc. taucht dieser Passus aber fast immer auf.

Aus deutschen Landen Alles nicht so einfach

Gott und Deutschland

Neulich war ich mal wieder ein paar Tage unterwegs, in der Heimat und nahe der Heimat. Und da habe ich den Spruch an einem Haus gesehen. Das Haus ist so ca. 120 bis 140 Jahre alt. Damals wurden Häuser noch mit Jahreszahlen und/oder Sprüchen versehen. Das Haus steht auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, der Spruch hat diese Zeit erstaunlicherweise unbeschadet überstanden. Gäbe es diese Art der Häuserdekoration noch – was würden wir an heutigen Neubauten zu lesen bekommen? Ist der Spruch chauvinistisch, rassistisch, frauenfeindlich, … ?

In einem anderen Ort schmückt sich ein Haus mit dieser Tafel:

Goethe war hier

Auch diese Sitte (oder Unsitte?) gibt es nicht mehr – mangels entsprechender Geistesgrößen oder weil sich heute niemand damit schmücken will, das eine unserer gegenwärtigen Geistesgrößen in seinem Haus übernachtet hat?

Müsste diese Tafel nicht auch entfernt werden, denn Goethe hat durchaus auch Töne wie diese angeschlagen:
„Niemand bedenkt leicht, daß uns Vernunft und ein tapferes Wollen gegeben sind, damit wir uns nicht allein vom Bösen, sondern auch vom Übermaß des Guten zurückhalten.“
Vielleicht ereilt Goethe aber auch noch das gleiche Schicksal wie Luther und Bach, denen man Antisemitismus „nachgewiesen“ hat. Was wäre das für eine Schlagzeile im nächsten Goethejahr: „Deutscher Dichterfürst wird von brauner Vergangenheit eingeholt.“

Nicht nur auf Fröbels Spuren Unterwegs in der Region Weimar / Rudolstadt

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen komme ich in die Region Weimar / Rudolstadt, nach Ostthüringen. Eine offene Landschaft, mit sanften Hügeln, Wiesen, auf denen alte Obstbäume ihrem Ende entgegensehen, bewaldete Hügel und kleinen Ortschaften. Mehr oder weniger in jedem Ort trifft man auf Zeugnisse einer kulturellen Hochblüte, zu der nicht nur Schiller und Goethe beigetragen haben, wenn sie auch der Auslöser gewesen sein mögen.
Die Wanderwege in dieser Region sind nicht besonders schwierig, auch wenn es fast immer auf und ab geht; aber die Steigungen sind nie sehr lang. Zu Zeiten, als noch weite Strecken zu Fuß zurückgelegt wurden, dienten die Wege ja auch nicht der Körperertüchtigung. Goethe wanderte 6-8 Stunden von Weimar zum Schloß Kochberg, Fröbel ging den Weg von Blankenburg nach Keilhau zeitweise täglich. Heute ist sein Weg Bestandteil des Friedrich-Fröbel-Wanderweges. Ein Weg für den Spätsommer / Herbst, der all das, was diese Region für mich so interessant macht, zeigt.

Auf dem Friedrich Fröbel Wanderweg
Fröbelblick; auf dem Friedrich Fröbel Wanderweg. Die Säule vereint die Fröbelschen Spielgaben Würfel, Walze, Kugel

Wer nicht wandern möchte, findet in den Städten und Dörfern Zeugnisse einer deutschen Kulturepoche, die für mindestens 2 Wochen Aufenthalt keine Langeweile aufkommen lassen und lange nachwirken.

An einem heissen Sommertag

An einem heissen Sommertag

Vor etlichen Jahren, Sizilien; Blick auf Cefalù vom Rocca di Cefalù. Wahrscheinlich die meistfotografierte Ansicht der Stadt. Der Aufstieg lohnt sich; wir waren während unseres eine Woche dauernden Aufenthaltes mehrmals oben, zu verschiedenen Tageszeiten. Die Bilder habe ich noch immer vor meinem inneren Auge.