Dies und das #3 Aus dem Notizbuch


„»Manchmal«, sagt T., »denke ich an das Böse, das ich getan habe, und möchte gern Gewissensbisse haben. Es gelingt mir nicht. Vielleicht«, so schließt er, »leben wir in einer Zeit, in der die Einkommenserklärung die Gewissensbisse ersetzt.«“1

„Man habe unausgesprochen die Auffassung geteilt, dass man durch bestimmte Privilegierungen, bestimmte Zufälligkeiten der Biografie in den Besitz eines Wissens von der besseren Gesellschaft gelangt sei und dass man daher den vielen, vielen anderen, denen das nicht vergönnt war, auf die Sprünge helfen müsse.“2

Es gibt Menschen, die für die Integration von Flüchtlingen sind, aber sich gleichzeitig im Rahmen des Naturschutzes gegen invasive Arten engagieren.

Vor kurzem war ich mal wieder beim Arzt und musste mich teilweise entkleiden. Das erste Mal, das ich meinen Körper nicht als meinen erkannte.

  1. Ennio Flaiano, Nächtliches Tagebuch, Ammann Verlag 1988, S.181
  2. Heinz Bude, Adorno für Ruinenkinder Eine Geschichte von 1968, Carl Hanser Verlag 2018, S. 18
Der erste Schnee Warum ich davon kein Foto veröffentliche

Der erste Schnee, zum 1. Dezember. Ich habe kein Foto davon gemacht, „der erste Schnee“-Fotos habe ich schon ausreichend und in diesem Jahr sieht er wieder genau so aus, wie in den vielen vergangenen Jahren. Ich mache auch keine „die erste Blüte“-, „das erste Grün“-, „das erste Herbstlaub“- etc. Fotos mehr. Irgendwann reicht es.
Vielleicht mache ich mal ein Foto: „der letzte Schnee“; der Klimawandel macht es möglich? Ich müßte nur wissen, das es auch der letzte Schnee ist. Aber u.U. bringt uns der Klimawandel ja auch eine Eiszeit, eine kleine. Wer weiß das schon. Dann will niemand mehr Schneefotos sehen.

Man muß es annehmen Von Jemanden lernen, dem wir uns überlegen fühlen

„Wir Menschen lernen von der Natur;
von uns lernt die Natur gar nichts.“
(Fred Ammon)

 
Kapuzinerkresse
Bäume wachsen erfahrungsgemäß in der sog. freien Natur (so ist es zumindest noch) und sind somit dieser Natur ausgesetzt. Nicht nur Wind und Wetter wirken auf die Bäume ein, sondern auch viele Lebewesen sehen in Bäumen ihre Nahrungsquelle. Manchmal ist von „Fressfeinden“ die Rede, was natürlich Quatsch ist, denn „Feind“ ist keine Kategorie der Natur.
Diese sog. Fressfeinde fressen, um zu überleben, nicht um den Bäumen zu schaden oder sie gar (wie das bei Feinden eigentlich üblich ist), zu vernichten. Wird ein Baum im Übermaß als Nahrungsquelle strapaziert, kann dies zum Absterben der Bäume führen, was insbesondere für Mäusefraß gilt. Wurzeln und Rinde werden an- bzw. aufgefressen, was das Ende des Baumes bedeuten kann.
Es gibt diverse Möglichkeiten, die Mäuse von den Bäumen fern zu halten. Ich habe irgendwo gelesen, das Mäuse den Geruch von Kapuzinerkresse nicht mögen und habe auf den Baumscheiben der Apfel- und Birnenbäume jeweils ein Kapuzinerkresse gepflanzt, die sich in Folge der nassen zweiten Sommerhälfte prächtig entwickelt haben und die Baumscheiben komplett überwuchern. Somit trocknen auch die Baumscheiben nicht mehr so schnell ab. Ob die Mäuse sich davon fernhalten lassen, wird sich im Laufe der Zeit zeigen.
Auf dem Foto links neben der Baumscheibe sind noch die Reste einer Ringelblume zu sehen, die den ganzen Sommer über prächtig geblüht hat. Die Samen sorgen dafür, dass im nächsten Sommer diverse Ringelblumen erblühen werden. Nicht nur die Schönheit der Blüten bringt sie uns, sondern die Ringelblume sorgt auch für eine Bodenverbesserung.

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