Fotoausstellung und ein Linktipp Konrad Helbig. Am Mittelmeer Fotografische Erkundungen 1954-1985

Konrad Helbig. Am Mittelmeer
(Bildquelle: LVR-LandesMuseum Bonn)

Konrad Helbig. Am Mittelmeer; Fotografische Erkundungen 1954-1985
im LVR-LandesMuseum Bonn, 1.3.2018 – 10.6.2018

Sizilien war für den Fotografen, Publizisten und Reisenden Konrad Helbig (1917-1986) ein Sehnsuchtsort. Er besuchte die Insel seit seinem ersten Aufenthalt 1954 bis zu seinem Tod immer wieder und hielt das Alltagsleben sowie Kunst und Kultur Siziliens und vieler anderer Mittelmeerlandschaften in mehr als 160.000 Fotografien fest.

Die Bilder publizierte er ab 1956 in verschiedenen Büchern und Artikeln. Vor allem aber dienten sie ihm als Grundlage für sehr erfolgreiche Lichtbildvorträge, die er in unzähligen Städten Deutschlands hielt. Neben faszinierenden Aufnahmen der antiken und mittelalterlichen Monumente und Kunstwerke des Mittelmeerraums, entstanden zahlreiche Aufnahmen von Land und Leuten. Die Bilder dokumentieren das alltägliche Leben der Menschen und zeigen Orte und Landschaften eines Sizilien, das sich seit Konrad Helbigs letzten Besuchen teils drastisch verändert hat.

Sizilien, auch für mich eine Insel der Sehnsucht. Die gezeigten Fotos sind sämtlich weit vor meiner Reisezeit entstanden, aber ich habe mein Sizilien wieder erkannt. Besonders interessant: einige Ausstellungsstücke aus dem Archiv des Fotografen, aus Zeiten, als es noch keine Festplatte gab; Holzkästen mit Mittelformatdias, Fotokartons zur Aufbewahrung von Fotografien. Noch garnicht so lange her, aber für den, der diese Zeit nicht mitgemacht hat, fast so antik, wie die fotografierten Altertümer.
Empfehlenswert die wohlfeile 56seitige Begleitbroschüre (9,80 EUR, mit zahlreichen Fotografien). Continue reading Fotoausstellung und ein Linktipp Konrad Helbig. Am Mittelmeer Fotografische Erkundungen 1954-1985

We love to entertain you Ein jeder auf seine Art

Kunst am Haus

Man will es sich schön machen, und so wie Kunst angeblich im Auge des Betrachters liegt, ist es auch mit Kitsch.

Die Schwierigkeit, Kitsch zu definieren, zeigt sich nicht zuletzt in der „Unübersetzbarkeit“ des deutschen Wortes. Britische Übersetzer zählten Kitsch zu den zehn am schwierigsten zu übersetzenden Begriffen; im Englischen verwendet man das Wort kitsch ebenfalls. Auch im Französischen gibt es keine adäquate Übersetzung, das Wort kitsch wird daher zum Teil auch dort verwendet. Zahlreiche Sprachen haben das Wort übernommen, darunter die türkische Sprache (kitsch oder kiç) und selbst die griechische Sprache (κιτς), welche mit wenigen Fremdwörtern auskommt. (Wikipedia)

Aber auch die immer beliebter werdenden Steingärten (Gärten des Grauens) sind Kitsch – ich nenne es mal Gruselkitsch. Umweltverschmutzung hat viele Gesichter.

Steingarten mit Wichtel

Der Horror vacui macht auch vor dem Kitsch nicht halt (warum auch?).

Volkmar Herre – Reflexionen Panoramen in sw

Vor kurzem ein paar Tage an der Ostsee; in einer Stralsunder Buchhandlung das neue Buch von Volkmar Herre gekauft.

Volker Herre, Reflexionen

Volkmar Herre: Reflexionen. 48 Seiten mit ganzseitigen Schwarzweiss-Aufnahmen, 19 x 38 cm, Stralsund 2017, gebunden, EUR 24.50, ISBN 978-3-932014-43-7 (zu beziehen u.a. hier)

Volkmar Herre, der mit der Camera obscura seit vielen Jahren an der Ostsee unterwegs ist, hat in diesem Buch Panoramafotografien aus den 70er und 80er Jahren zusammengestellt. Fotografien von Rügen (Studien von 1975-1987), in schwarz-weiss, die zeigen, das mit diesen Nichtfarben insbesondere in der Landschaftsfotografie besondere Bilder geschaffen werden können.
Auch wenn seit der Entstehungszeit der Fotografien viel Zeit und einige Veränderungen auch auf Rügen ins und über das Land gegangen sind, kann man die Landschaft auf den Fotografien noch heute so wieder finden, wenn man die touristischen Küstenorte verlässt. Jeder Fotografie sind Kommentare zur Landschaft von Peter Meißner beigefügt. Auch wenn das Buchformat vielleicht dagegen spricht, kann man das Buch auch als eine Art Reiseführer nutzen, um das Rügen zu sehen, was diese Insel so eigen macht.
Das Buchformat (19 x 38cm) wird so manches Bücherregal vor Probleme stellen, aber nur so wird es den Panoramaaufnahmen gerecht (allein das Buch in der Hand zu haben, ist auf Grund des besonderen Formats etwas Besonderes).

Im Museum
Kunst und Atomaustausch Wie sieht das Ergebnis aus?

Vor kurzem, als ich mal wieder durch Museumsräume schlenderte und die Museumswärter (oder: Aufsichtspersonal, oder: Servicekraft?) beobachtete, kam mir Flann O’Brien mit seiner Atomtheorie des Fahrrades in den Sinn. Danach wandern bei Nutzung des Fahrrads Atome des Fahrrads in den Menschen und umgekehrt.
Die Museumswärter befinden sich während ihrer Dienstzeit in den Ausstellungsräumen mit den Kunstwerken und bei längeren Ausstellungszeiten könnten ja durchaus auch die Atome wandern. Bei ständig wechselnden Ausstellungen ergibt sich ein eher diffuses Atomaustauschgemisch. Ist aber der Wärter in einem Museum angestellt, welches einem Künstler mit einer ständigen Ausstellung gewidmet ist, könnten sich durchaus signifikante Veränderungen durch Atomaustausch ergeben. Ich werde darauf achten, wenn ich mal wieder in einem derartigen Museum bin.
Fragen muß ich dann natürlich auch nach der Zeit, die der jeweilige Museumswärter bereits in den Räumen verbracht hat.
Interessant ist aber auch, wie sich die Kunstwerke durch Aufnahme menschlicher Atome verändern. Wie kann man das feststellen?

Kunst als Einzelfall

„Kunst hat nur Bedeutung als eine Krankheit, die vereinzelt auftritt. Als Epidemie wütend, würden wir auch vor ihr die Flucht ergreifen. Der Einzelfall und die Quarantäne … „

(Albert Vigoleis Thelen, Die Insel des zweiten Gesichts, S. 194, 4. Auflage 2014, ISBN-13 9783548605142, List Verlag)

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