Schlagwort: Kritik

Kinder sind kleine Erwachsene? Wie einfach war die Kindheit früher

Ein Vater gibt seiner 3-jährigen Tochter eine DSLR, zeigt ihr den Sucher und sagt ihr lediglich, das sie das, was sie fotografieren will, in der Bildmitte positionieren sollte. Einstellen muss sie nichts, das hat der Vater übernommen. Sie drückt fleissig auf den Auslöser, der Vater überarbeitet die Fotos leicht, stellt sie ins Web und kommt zu folgendem Ergebnis:

„Here’s what I learned:

1) She shoots what she loves. Lots of pictures of her mom, dad and toys… and even three of that white Amazon Echo (if you knew how tight she was with Alexa, it would be no surprise the device made three appearances).

2) She shoots without asking and shoots as-is; she doesn’t setup the shot — she just shoots and a few of her shots are legitimately emotive and interesting.

3) She had an absolute blast. This experiment reminded me that photography can be fun even without Instagram and VSCO likes.“

Nichts, wozu es dieses Experiments bedurft hätte.

Der demokratische Kindergarten überträgt Strukturen aus der Erwachsenenwelt auf Kinder. Das geht in eine ähnliche Richtung. Kinder können alles, was auch Erwachsene können; natürlich auf ihre Weise. Ob sie es deswegen auch sollen, ist eine andere Frage. Die Pädagogik scheint das einzige Gebiet, auf dem noch fortwährend experimentiert wird – G8, G9, schreiben nach Gehör usw.. Ich hoffe, noch erleben zu können, wie sich dies später mal auswirkt. Hoffentlich zum Positiven für die Betroffenen.

Fluchtpunkt Natur Die Natur als Rückzugsgebiet für Kritiker der Moderne

Vor ein paar Tagen wurde mal wieder der Film „Fahrenheit 451“ im Fernsehen gezeigt. Immer wieder sehenswert, nicht nur im Hinblick auf den Inhalt, sondern auch wegen der fotografischen Umsetzung und insbesondere der Darstellung des ‚Montag‘ durch Oskar Werner.
Am Schluß wird gezeigt, wie Montag die Stadt verläßt und in die Natur, aufs Land, zu den ‚lebenden Büchern‘ flieht. Eine ähnliche Deutung der Natur als Rückzugsgebiet für Kritiker, findet sich auch in anderen SciFi-Geschichten, so z.B. bei Huxley in „Schöne neue Welt“ . Und auch im Film „Blade Runner“ ist die Natur der erträumte Gegensatz zu einer chaotischen, herunter gekommenen Stadt.
Glaubt man den Medien, ist in Deutschland eine Landflucht zu verzeichnen, die Dörfer entvölkern sich und in den Städten wird der Platz knapp. Einige Stadtteile entwickeln sich in Richtung Blade Runner-Zustände. Mal sehen, wann sich das umkehrt.