HF's Blicke

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Notat #8

"Wohnwagenbesitzer sind keine Nomaden, weil sie weder Büffeln noch Haushühnern nachgehen, sondern der 'reinen Erkenntnis'. Die Gesellschaftsform des Camping ist daher nicht der Stamm, sondern die einsame, zufällig zusammengewürfelte Masse. Wollte man die Lebensform des Nomaden als 'uranisch-patriarchalisch', und die des Bauern als 'chthonisch-matriarchalisch' bezeichnen, dann könnte man die Lebensform des Wohnwagenbesitzers als 'bodenlos-fratiarchalisch' bezeichnen, ohne sich darunter allerdings viel vorstellen zu können. Es ist nämlich fraglich, ob Schiller ein Camping meinte, als er sagte, daß alle Menschen Brüder werden." (Vilém Flusser)

Heimat, Wohnsitz, Zuhause #13

"Fasst man die genannten Aspekte zusammen, so stellt sich Heimat dar als eine unmittelbare, alltäglich erfahrene und subjektive Lebenswelt, die durch längeres Einleben in ihre sozialen, kulturellen und natürlichen Bestandteile Vertrautheit und Sicherheit, emotionale Geborgenheit und befriedigende soziale Beziehungen bietet und - auch dadurch - insbesondere verschiedene (Grund-) Bedürfnisse befriedigt.
Dieses noch weiter komprimierend und reduzierend kann Heimat als satisfaktionierende Lebenswelt bezeichnet werden. Womit Heimat weniger als ein Raum, sondern vielmehr als Zustand der Satisfaktion in einer und durch eine Umwelt anzusehen ist." (Michael Neumeyer)

http://pict.conspicere.de/essays/2016/10/heimat-wohnsitz-zuhause/