HF's Blicke

Photos // Texte

Helligkeit und Licht

"Helligkeit ist ein Überbegriff subjektiver Eindrücke und objektiver Messgrößen für die Stärke einer visuellen Wahrnehmung von – sichtbarem – Licht." (Wikipedia)
"Licht ist der für das menschliche Auge sichtbare Teil der elektromagnetischen Strahlung. Im elektromagnetischen Spektrum umfasst der Bereich des Lichts Wellenlängen von etwa 380 nm bis 780 nm." (Wikipedia)

Gott sprach, es werde Licht; er sagte nicht, es werde Helligkeit (wohl weil noch niemand da war, dem etwas 'erhellt' werden konnte). Synonyme für erhellen: "verdeutlichen, aufklären, aufhellen, aufdecken, aufzeigen, Licht bringen in, klarlegen, offenlegen, zutage fördern, entschleiern, enthüllen, enträtseln, entschlüsseln, bewusstmachen" (Wissen.de)

Wenn wir fotografieren, 'belichten' wir etwas. Manchmal 'erhellen' wir auch etwas. Das ist dann ein Glücksfall.

Wenn schon sofort, dann wide

Als der Physiker Edwin Herbert Land seine Sofortbildkamera entwickelte, ging es ihm nicht darum, technisch mangelhafte Fotos mit diesen Sofortbildkameras zu machen (was heute bei vielen Nutzern dieser Kameras das erstrebte Ziel zu sein scheint, was man vielen Äußerungen im Netz entnehmen kann). Damals hatte Edwin Herbert Land Anselm Adams als Berater mit ins Boot geholt, was für die Qualitätsansprüche von Edwin Herbert Land spricht.
Schaut man sich die mit den Sofortbildkameras von Edwin Herbert Land erzielten Ergebnisse an, sieht man, das diese auch in technischer Hinsicht einer Kritik standhalten.

Die Geschichte der Polaroidkameras ist bekannt. Inzwischen gibt es wieder Hersteller, die Sofortbildkameras für den Massenmarkt produzieren, angeführt von Fujifilm. Selbst Leica ist auf den Sofortbildzug aufgesprungen. Die Kameras sind preislich für jeden erschwinglich. Wie bei den Computerdruckern, wird das Geld mit den Verbrauchsmaterialien (hier: das Filmmaterial) verdient. In Anbetracht der Preise für das Filmmaterial (zwischen z.Zt. 15,90 EUR bis über 20,- EUR pro 2 Kassetten mit insgesamt 20 Fotos) ist erstaunlich, welchen Boom das Sofortbild momentan erlebt.

Ich habe mir die instax wide 300 von Fujifilm (wegen des Bildformats) gekauft und damit die ersten 10 Fotos (Inhalt einer Filmkassette) gemacht. Was lässt sich nach diesen wenigen Fotos sagen?

Zur Kamera
Bezahlt habe ich dafür 103,- EUR; sie ist aus Kunststoff, erinnert mich in Form und Gewicht an meine Mamiya 7II (wobei diese noch um Einiges schwerer ist, als die Fuji). Die Kamera (technische Daten finden sich hier) lässt sich dank Größe und Batteriegriff sehr gut halten und handhaben.
Angetrieben wird die Kamera von 4 LR6/AA-Batterien (im Lieferumfang enthalten). Insoweit ist man von Aufladestromquellen unabhängig; ein zusätzliches 4er-Pack Batterien sollte man immer dabei haben, um auf der sicheren Seite zu sein.
Das Einlegen des Filmkassette ist einfach und geht ohne Fummelei sehr schnell, ist auch in der beiliegenden Bedienungsanleitung gut beschrieben (eine gedruckte Anleitung - man muss also nichts downloaden).
Der Sucher, der links aus der Kamera heraus ragt, mag aus Designersicht nicht gelungen sein, ist ausreichend groß. Selbst ich als Brillenträger komme damit gut zurecht. Es geht bei diesem Sucher ja auch nur darum zu sehen, was im Bildrahmen ist. Weitere Informationen bietet er nicht. Die seitliche Anbringung des Suchers empfinde ich als praktisch, denn wenn man mit dem rechten Auge durchsieht, vermeidet man das Plattdrücken der Nase auf der Rückwand.
Der Wechsel zwischen den Entfernungseinstellmöglichkeiten (von 0,9m bis 3m oder von 3m bis unendlich) geschieht durch kurzes Drehen des Objektivrings. Im Lieferumfang ist eine Makrolinse für Nahaufnahmen enthalten, die ich aber noch nicht eingesetzt habe. Ohne diese Makrolinse sollte man aber die 0,9m Objektabstand nicht unterschreiten (nach meiner Erfahrung sollte man 1m Minimum einhalten). An der Makrolinse ist seitlich ein sog. Selfiespiegel angebracht - wer es braucht ...).
Die Kamera hat auch ein Stativgewinde, was in den einschlägigen Besprechungen positiv hervorgehoben wird. Der Mehrwert dieses Stativgewindes erschliesst sich mir nicht, denn die Kamera hat keine Fern- oder Selbstauslösemöglichkeit, kann auch keine langen Belichtungszeiten oder Doppelbelichtung.

Zum Film
Die ersten 10 Aufnahmen habe ich bei strahlend blauem Himmel (heute, Vormittags zwischen 9:00 und 10:30 Uhr) gemacht. Die Heller-/Dunkler-Einstellmöglicheit der Kamera (einzige kameraseits gebotene Möglichkeit, die Belichtungszeit zu beeinflussen) habe ich erst mal nicht genutzt, da ich sehen wollte, wie der Film in der Normaleinstellung arbeitet.
Bei den angesprochenen Lichtverhältnissen sind die Fotos durchweg etwas zu hell. Dies kann man aber erst beurteilen, wenn die Fotos sich richtig ausentwickelt haben, was je nach Aussentemperatur etwas dauern kann. Insoweit ist der Heller/Dunkler-Schalter mit Vorsicht anzuwenden. Ich werde erstmal einige Fotos bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen machen, um dann ggf. den Heller/Dunkler-Schalter einzusetzen. Kontrastreiche Lichtverhältnisse im Aufnahmeobjekt führen zu unbefriedigenden Ergebnissen, was sicher auch der Belichtungsmessung geschuldet ist. Der kleine Sensor unterhalb des Suchers hat seine Grenzen.
Auch Gegenlichtaufnahmen sind keine Stärke dieser Kamera-/Filmkombination (abgesehen von Aufnahmen im 0,9m bis 3m Bereich mit Aufhellblitz).
Landschaftsaufnahmen haben ihre Grenzen in der Detaildarstellung, was unter Berücksichtigung der Bildgröße zu erwarten war.

Verschenkt man die Fotos nicht sofort nachdem sie aus der Kamera kommen, empfiehlt es sich, dafür ein passendes Aufbewahrungsbehältnis dabei zu haben. Ansonsten muss man sie in Jacken-/Hosentaschen oder irgendwo in die Fototasche stecken, wo sie eventuell geknickt werden könnten. Ob es so geht, wie hier beschrieben, habe ich noch nicht getestet.

Mal sehen, was aus meiner Beschäftigung mit der Sofortbildfotografie noch wird. Interessant könnte das von Fujifilm angekündigte Quadratformat werden; schön wäre es, wenn es auch den instax wide-Film bald als Schwarz-Weiss-Variante geben würde!