HF's Blicke

Photos // Texte

Patina

Patina entsteht durch Alterung auf der Oberfläche einer Sache (Struktur/Farbe) und sie dokumentiert den Lebensweg dieser Sache. Bei uns Menschen verändert sich mit der Zeit auch die Oberfläche und auch daraus kann man Schlüsse hinsichtlich des Lebensweges ziehen.
Patina ist etwas erstrebenswertes, sagt etwas über einen Lebensweg aus, zeigt, das etwas erlebt wurde, was aber nicht überall erwünscht ist. Dies führt zu so paradoxen Erscheinungen wie das künstliche Ältermachen von Kleidungsstücken (man verpasst diesen einen Lebensweg), bei gleichzeitig extremen Massnahmen der TrägerInnen, möglichst jung zu erscheinen, den Lebensweg zu verleugnen.

Zu welchen schreiend komischen Ergebnissen das führen kann, wird uns demonstriert, wenn Menschen, die sich Falten beseitigen liessen (nicht zu verwechseln mit "sie haben sich entfaltet!"), in künstlich verschlissenen Kleidungsstücken durch die Gegend laufen.
Bei Kunstwerken wird die Patina im Zuge einer Restaurierung oft entfernt und das Kunstwerk erscheint im "alten Glanz", so wie es der Künstler seinerzeit erschaffen hat. Fälscher patinieren ihre Fälschungen oft, um sie au­then­tisch erscheinen zu lassen.

Wann wird Patina zu Schmutz, zu etwas, was entfernt werden muss, weil es "unrein" ist? Ist dies kulturell bedingt, gab es bis zum Erscheinen des Menschen keinen Schmutz? Tiere pflegen/reinigen/putzen sich, was zum Teil "kulturell" bedingt ist, da es dem sozialen Zusammenhalt, aber im wesentlichen der körperlichen Gesundheit dient. Wir Menschen gehen mit der Entwicklung der Technik weiter, haben die plastische Chirurgie (oft fälschlicherweise "Schönheitschirurgie" genannt) und den Hochdruckreiniger erfunden. Patina hat da keine Chance mehr.

Verschwinden der Landschaft

In der Ausgabe Dezember 2015 / Januar 2016 von PHOTONEWS ist ein Interview mit dem Fotografen Martin Roemers zu finden. Darin geht es auch um sein letztes Projekt Metropolis; dafür hat er 22 sog. Megastädte besucht. Immer mehr dieser Megastädte entstehen durch Zuzug aus den ländlichen Regionen und sie werden immer bevölkerungsreicher und größer. Rund um Peking soll z.B. bis 2050 eine Metropole mit 130 Mio. Einwohnern entstehen.

Viele der Bewohner von Megastädten verlassen ihre Stadt nie. Für sie besteht Landschaft aus dem wenigen Grün, welches sie in den Megastädten finden. Landschaft wird zu Parks, Wiesen und Brachen (soweit es sie noch gibt, denn Land ist in den Megastädten kostbar). Ein Verlust für die Menschen? Aus meiner Sicht ja; unsere Vorfahren würden das sicher auch im Hinblick auf unsere Lebensumstände so sehen.

Warum ich mir wohl keine Olympus Digitalcamera wieder kaufen würde

Ich besitze eine Olympus OM-D E-M5 Mark II und bin bisher sehr zufrieden mit der Kamera. Soweit, so gut. Warum dann die Überschrift? Es geht um die Prozedur des Firmware updates.
Bei den Digitalkameras die ich ansonsten verwende, muß ich mir bei einem Firmware update eine Datei herunterladen, diese Datei entpacken, auf eine SD-Karte überspielen, diese Karte in die Kamera stecken und den Update-Prozess gemäß Anleitung starten. Simpel und bisher immer problemfrei verlaufen.
Bei Olympus geht das etwas anders - ich benötige zu einem Firmware update die Software "OLYMPUS Digital Camera Updater" - kein Problem, denn diese kann ich mir bei Olympus downloaden, aber diese Software gibt es nur für Windows XP (ab SP2), Windows Vista, Windows 7 oder Mac OS X ab 10.3 und nicht für ein linuxbasiertes Betriebssystem, wie ich es verwende. Nur für dieses Update einen Windows- oder Apple-Computer vorzuhalten, ist mir dann doch etwas zu snobistisch. Mein Problem, könnte man nun sagen, warum arbeite ich mit so einem exotischen Betriebssystem. Das sehe ich natürlich etwas anders.
Ich könnte nun die Firmware meiner Kamera bei einem Händler updaten lassen oder die Kamera zu Olympus einsenden, damit dort das Update durchgeführt wird. Mache ich aber nicht, denn bei dem Händler habe ich niemanden angetroffen, der sich damit auskennt und die Kamera für jedes Update zu Olympus zu senden ist auch keine für mich akzeptable Lösung. Warum gibt es von Olympus nicht alternativ die Eingangs beschriebene simple Updatemethode via SD-Karte?

Aber es ist nun mal so wie es ist und ich werde meine künftigen Kaufentscheidungen auch daran ausrichten, wie der Kamerahersteller mit Firmware updates umgeht.

PHOTONEWS Dezember 2015 / Januar 2016

Die Ausgabe Dezember 2015 / Januar 2016 von PHOTONEWS ist erschienen.
PHOTONEWS Dezember 2015 / Januar 2016

Die Inhaltsangabe:

  • Abbruch zur Halbzeit. Die 19. Folge der Messe Paris Photo
  • Paare – zu sehen in Bonn. Fotografien von Beate Rose, Nadine Preiß und Damian Zimmermann
  • Thema Flüchtlinge als Fotoprojekt
  • Tiefenschichten des eigenen, anderen Lebens. Fragen an Boris Mikhailov, Träger des Goslarer Kaiserrings 2015
  • Geschichten, die es zu erzählen gilt. Zum Tod von Hilla Becher. Eine Nachbemerkung
  • 4,5 Kilo Liebe zur Fotografie. Volker Hinz und Kollegen
  • „Man darf in diesem Raster nicht verlorengehen.“ Ein Gespräch mit der Fotografin Sarah Moon
  • „Ich arbeite nur noch an meinen Projekten.« Der Fotograf Martin Roemers
  • Portfolio Kamil Sobolewski: Rattenkönig
  • Portfolio Paul Schot: Coloured Concrete
  • Zwischenruf Nr. 7: Museum der Zukunft
  • Lean In Collection. Das Frauenbild in der Stockfotografie
  • Theorie und Geschichte der Fotografie. Ein neuer MA-Studiengang in Essen, Fragen an Steffen Siegel
  • Es bleibt spannend. Interviews mit Hochschul-Absolventen. Folge 8: Kristin Trüb, Fachhochschule Dortmund
  • Ein logischer, ein mutiger Schritt. Leica startet ein „neues Zeitalter professioneller Fotografie“
  • Buchrezensionen, Schwarzes Brett, Preise – Wettbewerbe – Stipendien, News, aktuelle Termine, Ausstellungskalender