HF's Blicke

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Eine existentielle Unmöglichkeit

"Wenn wir jedoch die Fortschrittsideologie aufgeben und statt dessen eine andere Vorstellung von unserem Lebenslauf unterhalten, dann gewinnt das Wort Er-fahrung eine andere und tiefere Bedeutung. Um dies zu tun, müssen wir einzusehen versuchen, daß wir nicht aus der Gegenwart in die Zukunft laufen. Das ist eine existentielle Unmöglichkeit, denn wo immer wir sind, dort ist die Gegenwart, und wir können nicht aus der Gegenwart hinaus, ohne uns selbst aufgegeben zu haben. Es ist im Gegenteil die Zukunft, die bei uns in unserer Gegenwart ankommt, und eben das meint ja das Wort "Zukunft". Wir sind immer hier und jetzt, und in dieses Hier und Jetzt dringt von allen Seiten die Zukunft." (Vilém Flusser)

Heimat, Wohnsitz, Zuhause #13

"Fasst man die genannten Aspekte zusammen, so stellt sich Heimat dar als eine unmittelbare, alltäglich erfahrene und subjektive Lebenswelt, die durch längeres Einleben in ihre sozialen, kulturellen und natürlichen Bestandteile Vertrautheit und Sicherheit, emotionale Geborgenheit und befriedigende soziale Beziehungen bietet und - auch dadurch - insbesondere verschiedene (Grund-) Bedürfnisse befriedigt.
Dieses noch weiter komprimierend und reduzierend kann Heimat als satisfaktionierende Lebenswelt bezeichnet werden. Womit Heimat weniger als ein Raum, sondern vielmehr als Zustand der Satisfaktion in einer und durch eine Umwelt anzusehen ist." (Michael Neumeyer)

http://pict.conspicere.de/essays/2016/10/heimat-wohnsitz-zuhause/