Kategorie: Gesellschaft

Aus deutschen Landen Alles nicht so einfach

Gott und Deutschland

Neulich war ich mal wieder ein paar Tage unterwegs, in der Heimat und nahe der Heimat. Und da habe ich den Spruch an einem Haus gesehen. Das Haus ist so ca. 120 bis 140 Jahre alt. Damals wurden Häuser noch mit Jahreszahlen und/oder Sprüchen versehen. Das Haus steht auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, der Spruch hat diese Zeit erstaunlicherweise unbeschadet überstanden. Gäbe es diese Art der Häuserdekoration noch – was würden wir an heutigen Neubauten zu lesen bekommen? Ist der Spruch chauvinistisch, rassistisch, frauenfeindlich, … ?

In einem anderen Ort schmückt sich ein Haus mit dieser Tafel:

Goethe war hier

Auch diese Sitte (oder Unsitte?) gibt es nicht mehr – mangels entsprechender Geistesgrößen oder weil sich heute niemand damit schmücken will, das eine unserer gegenwärtigen Geistesgrößen in seinem Haus übernachtet hat?

Müsste diese Tafel nicht auch entfernt werden, denn Goethe hat durchaus auch Töne wie diese angeschlagen:
„Niemand bedenkt leicht, daß uns Vernunft und ein tapferes Wollen gegeben sind, damit wir uns nicht allein vom Bösen, sondern auch vom Übermaß des Guten zurückhalten.“
Vielleicht ereilt Goethe aber auch noch das gleiche Schicksal wie Luther und Bach, denen man Antisemitismus „nachgewiesen“ hat. Was wäre das für eine Schlagzeile im nächsten Goethejahr: „Deutscher Dichterfürst wird von brauner Vergangenheit eingeholt.“

Heimat ist wieder politisch korrekt Welcher Begriff ist als nächster dran?

Vor kurzem die SPD, nun die Grünen in Person von Frau Göhring-Eckardt und Herrn Habeck. Sie wollen den „Begriff Heimat nicht der AfD überlassen“ (Herr Habeck reklamiert auch schnell noch „Deutschland“ und „Patriotismus“ für die Grünen – war „Deutschland“ bisher politisch inkorrekt?).
Das liest sich so, als ob sich Kinder um ein Spielzeug balgen – sie (die Grünen) können zwar nichts damit anfangen, aber ehe es das andere Kind (die AfD) bekommt, reissen sie es an sich.
Ist nun „Heimat“ politisch korrekt oder immer noch rückwärts gewandt und reaktionär? Darf man ab sofort, ohne einen Shitstorm zu provozieren, z.B. schreiben: „Deutschland ist meine patriotische Heimat?“.
Mal sehen, was uns der Wahlausgang vom 24. September noch so beschert (mir kommt es so vor, als wäre die Wahl am Tag der Bescherung, dem 24. Dezember, gewesen). Bekommen die Grünen vielleicht in der Jamaika-Koalition das „Heimatschutzministerium“?

Da fällt mir noch diese Sentenz von Nicolás Gómez Dávila ein:
„Die Demokratie kennt keinen Unterschied zwischen Wahrheiten und Irrtümern; sie unterscheidet nur populäre Meinungen von unpopulären Meinungen.“

P.S.: Da fällt mir gerade ein – heute ist der 7. Oktober – Der Tag der Republik, auch Nationalfeiertag der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), war der Staatsfeiertag der DDR und wurde von 1950 bis 1989 am 7. Oktober begangen.

Moderne Heimatpartei Da sage einer, die Parteien seien nicht lernfähig

Heimat

Irgendwo habe ich mal gelesen, das nur die von und über Heimat reden, die ihre Heimat verloren haben. Da ist sicher was dran. ‚Heimat‘ ist ja wieder in, was sicher auch mit der eingangs zitierten Sentenz zu tun hat.
Während der vergangenen Jahrzehnte hat Heimat ja einen eher verstaubten, konservativen, ja reaktionären Beiklang zugesprochen bekommen. Wir globalisieren uns und da stört Heimat. Na ja; so einfach ist das Ganze anscheinend doch nicht und quasi über Nacht entdeckt die SPD die Heimat. Ein Schelm, wer das dem Wahlerfolg der AfD zuschreibt. NRW-SPD-Chef Michael Groschek gibt dem General-Anzeiger in Bonn ein Interview und sagt unter anderem: „Wir wollen eine moderne Heimatpartei werden.“ Und weiter, auf Nachfrage des General-Anzeiger:

Heimatpartei? Das klingt stärker nach CDU als nach SPD…

Groschek: Vielleicht noch stärker nach CSU. Ernsthaft: Heimat ist ein Stück weit aus der Mode gekommen. Dabei hat der Begriff nichts mit Heidi oder dem Förster vom Silberwald zu tun. Es geht um soziale Sicherheit und Geborgenheit. Die junge Generation geht mit Heimat ganz unbefangen um. Schauen Sie sich nur die Oktoberfest-Welle im Ruhrgebiet an. Das drückt Sehnsucht aus nach einem Ort des Wohlfühlens, an dem man sich gut aufgehoben und zu Hause fühlt.

Hätte er dies am Samstag vor der Wahl öffentlich gesagt, so wäre er wohl vor dem Willy-Brandt-Haus gesteinigt worden. Ich freue mich schon darauf, das Frau Nahles das erste Mal im Dirndl als Fraktionsvorsitzende auftritt!

Die Bank Sprache - Ein Stück Leitkultur

Aus duden.de:

Bank, die

BEDEUTUNGSÜBERSICHT

  • Sitzgelegenheit aus Holz, Stein o. Ä., die mehreren Personen nebeneinander Platz bietet
  • (Sport) Auswechselbank
  • Kurzform für: verschiedene Handwerkstische wie Drehbank, Hobelbank, Werkbank u. a.
  • bankförmiges Turngerät
  • Kurzform für: Sandbank
  • Anhäufung von Meereslebewesen, die eine Erhöhung über dem Meeresgrund hervorruft
  • lange Wolken- oder Dunstschicht
  • (Geologie) vom umliegenden Gestein gesonderte, fest zusammenhängende Gesteinsschicht
  • unverändert beibehaltene Vorhersage auf Tippscheinen
  • (Sport) Ausgangsstellung auf dem Boden mit auf Knie und Arme gestütztem Körper

Zwangsläufig konservativ Der Fotograf kann garnicht anders

Wenn ‚beklagt‘ wird, das Fotobegeisterte konservativ sind, dann geht es immer darum, das sie technischen Neuerungen skeptisch gegenüberstehen, sie „das Gewohnte bevorzugen“. Eine Einschätzung, die mit der negativen Aufladung des Begriffs ‚Konservativ‘ erklärt werden kann. Sieht man sich die Herkunft des Begriffs an, entspannt sich das und führt dazu, Fotografen als zwangsläufig konservativ zu bezeichnen.
‚Konservativ‘ kommt von ‚konservieren‘:

  • (besonders Lebensmittel) durch spezielle Behandlung haltbar machen
  • durch besondere Behandlung, Pflege erhalten

Es geht in der Fotografie um das Bewahren, Erhalten eines Zustandes der Gegenwart (nicht um das Festhalten am Gewohnten). Das zu erhalten, was erhaltens-/bewahrenswert ist, ist etwas Erstrebenswertes. Wir beklagen doch allenthalben die Schnelligkeit und Vergänglichkeit unserer sog. Wegwerfgesellschaft. Also lasst uns konservativ sein!

Kinder sind kleine Erwachsene? Wie einfach war die Kindheit früher

Ein Vater gibt seiner 3-jährigen Tochter eine DSLR, zeigt ihr den Sucher und sagt ihr lediglich, das sie das, was sie fotografieren will, in der Bildmitte positionieren sollte. Einstellen muss sie nichts, das hat der Vater übernommen. Sie drückt fleissig auf den Auslöser, der Vater überarbeitet die Fotos leicht, stellt sie ins Web und kommt zu folgendem Ergebnis:

„Here’s what I learned:

1) She shoots what she loves. Lots of pictures of her mom, dad and toys… and even three of that white Amazon Echo (if you knew how tight she was with Alexa, it would be no surprise the device made three appearances).

2) She shoots without asking and shoots as-is; she doesn’t setup the shot — she just shoots and a few of her shots are legitimately emotive and interesting.

3) She had an absolute blast. This experiment reminded me that photography can be fun even without Instagram and VSCO likes.“

Nichts, wozu es dieses Experiments bedurft hätte.

Der demokratische Kindergarten überträgt Strukturen aus der Erwachsenenwelt auf Kinder. Das geht in eine ähnliche Richtung. Kinder können alles, was auch Erwachsene können; natürlich auf ihre Weise. Ob sie es deswegen auch sollen, ist eine andere Frage. Die Pädagogik scheint das einzige Gebiet, auf dem noch fortwährend experimentiert wird – G8, G9, schreiben nach Gehör usw.. Ich hoffe, noch erleben zu können, wie sich dies später mal auswirkt. Hoffentlich zum Positiven für die Betroffenen.