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HF

Siehe ⇒ Etwas zu HF

Die Bank Sprache - Ein Stück Leitkultur

Aus duden.de:

Bank, die

BEDEUTUNGSÜBERSICHT

  • Sitzgelegenheit aus Holz, Stein o. Ä., die mehreren Personen nebeneinander Platz bietet
  • (Sport) Auswechselbank
  • Kurzform für: verschiedene Handwerkstische wie Drehbank, Hobelbank, Werkbank u. a.
  • bankförmiges Turngerät
  • Kurzform für: Sandbank
  • Anhäufung von Meereslebewesen, die eine Erhöhung über dem Meeresgrund hervorruft
  • lange Wolken- oder Dunstschicht
  • (Geologie) vom umliegenden Gestein gesonderte, fest zusammenhängende Gesteinsschicht
  • unverändert beibehaltene Vorhersage auf Tippscheinen
  • (Sport) Ausgangsstellung auf dem Boden mit auf Knie und Arme gestütztem Körper

Zwangsläufig konservativ Der Fotograf kann garnicht anders

Wenn ‚beklagt‘ wird, das Fotobegeisterte konservativ sind, dann geht es immer darum, das sie technischen Neuerungen skeptisch gegenüberstehen, sie „das Gewohnte bevorzugen“. Eine Einschätzung, die mit der negativen Aufladung des Begriffs ‚Konservativ‘ erklärt werden kann. Sieht man sich die Herkunft des Begriffs an, entspannt sich das und führt dazu, Fotografen als zwangsläufig konservativ zu bezeichnen.
‚Konservativ‘ kommt von ‚konservieren‘:

  • (besonders Lebensmittel) durch spezielle Behandlung haltbar machen
  • durch besondere Behandlung, Pflege erhalten

Es geht in der Fotografie um das Bewahren, Erhalten eines Zustandes der Gegenwart (nicht um das Festhalten am Gewohnten). Das zu erhalten, was erhaltens-/bewahrenswert ist, ist etwas Erstrebenswertes. Wir beklagen doch allenthalben die Schnelligkeit und Vergänglichkeit unserer sog. Wegwerfgesellschaft. Also lasst uns konservativ sein!

Fortschritt, Zeit, Fotografie Zur Erfahrung von Zeit

Ein Spruch von Beuys als Einleitung eines Artikels bei Alle Augenblicke.de erinnerte mich an einen Text Vilém Flussers1. Flusser leitet seinen Text mit dem Satz ein: „Alle Fortschrittsideologie geht von der Vorstellung aus, daß wir nach vorne laufen.“ Und daraus leitet der Fortschrittsideologe die Folgerung ab, das wir uns auch in der Zeit von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft bewegen. Nur so bekommt die Eingangs angesprochene Sentenz von Beuys („Die Zukunft, die wir wollen muss erfunden werden, sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen“) einen Sinn.
In seinem Text schreibt Flusser weiter: „….., müssen wir einzusehen versuchen, daß wir nicht aus der Gegenwart in die Zukunft laufen. Das ist eine existenzielle Unmöglichkeit,denn wo immer wir sind, dort ist Gegenwart, und wir können nicht aus der Gegenwart hinaus, ohne uns selbst aufgegeben zu haben. Es ist im Gegenteil die Zukunft, die bei uns in der Gegenwart ankommt, und eben das meint ja das Wort „Zukunft“. Wir sind immer hier und jetzt, und die in dieses Hier und Jetzt dringt von allen Seiten die Zukunft.“ Etwas läuft in unsere Richtung. Wir sind in der Gegenwart gebunden und die Zukunft kommt auf uns zu. Von daher ist es unmöglich, uns eine Zukunft zu erfinden, auch wenn wir uns dies so sehnlich wünschen. Alles was wir tun, tun wir in der Gegenwart und es wirkt sich auch nur auf eine Gegenwart aus.
Eine Fotografie hält auch immer nur die Gegenwart fest. Fotos sind ‚eingefrorene‘ Gegenwart. So wenig wie ein Foto die Vergangenheit festhalten kann, kann man die Zukunft fotografieren. Wir halten im Foto die Gegenwart fest, um diese Gegenwart einzufrieren. Das wir dies damit letztlich nicht erreichen können wissen wir, und daraus resultiert die nostalgische Komponente der Fotografie, des Betrachtens von Fotos. Das Foto soll die ‚Gegenwart‘ zurück holen, aber das geht nicht; es gibt immer nur eine Gegenwart, und in der leben wir.
Vielleicht sollte der Satz von Beuys besser lauten: „Es macht keinen Sinn, das wir versuchen, uns eine Zukunft zu erfinden, sondern was wir wollen, kann nur in der Gegenwart geschehen.“ Kann man eine Gegenwart erfinden?

  1. „Er-fahrung“, in Vilém Flusser, Von der Freiheit des Migranten, eva-Taschenbuch 254, ISBN 978-3-86393-041-7