Dies und das #4 Aus dem Notizbuch


Wenn es in Artikeln in Blogs um Fotoausrüstung geht, bin ich immer wieder überrascht zu lesen, welche Summen anscheinend ohne weiteres für Kameraausrüstung ausgegeben werden; nicht etwa von Profis, die mit der Ausrüstung ihren Lebensunterhalt verdienen, sondern von Menschen, die die Fotografie als Hobby betreiben.

Wo wir gerade bei Fotografieblogs sind: wenn die Blogbetreiber etwas über sich selbst schreiben, sich vorstellen, etwas zur Vita schreiben, wird dies häufig in der dritten Person getan.

Wie die Welt sich geändert hat – in Blogs von jungen Menschen lese ich oft in den „About“-Texten: „Ich lebe in Berlin und London.“ oder „… in Hamburg und New York.“ etc.. Das ist für viele anscheinend ganz selbstverständlich und scheint auch finanziell kein Problem zu sein.

„Besser ein überzeugter Täter als ein bloßer Mitläufer. Das Widerliche sind doch die faulen Kompromisse und die ängstlichen Arrangements. Kämpferisch und entschieden muss man Gott folgen oder dem Nichts ins Auge blicken.“ 1

  1. Heinz Bude, Adorno für Ruinenkinder Eine Geschichte von 1968, Carl Hanser Verlag 2018, S. 65

3 Kommentare zu “Dies und das #4 Aus dem Notizbuch

  1. Hans, Geld spielt heute in großen Teilen der Bevölkerung kaum noch eine Rolle – in anderen dafür um so mehr. Wenn Überfluss-Geld in Fotoausrüstungen investiert wird, sind der Ergebnisse zwar unterproportional gute Bilder, aber immerhin wird dieses Geld nicht in SUVs oder Fernreisen angelegt, was die Umwelt wenigstens nicht noch weiter belastet. Da sind die jungen Mehrkontinente-Bewohner problematischer, aber noch mehr als „Influencer“, die so einen ressourcenüberfordernden Lebensstil erstrebenswert erscheinen lassen.

    1. Ja, Markus, das Geld lässt sich noch ‚ungünstiger‘ einsetzen.
      Wo Du die SUVs erwähnst: Letztens habe ich mich mit jemanden unterhalten, der einen Opel Astra Kombi fährt und der sagte mir, das sein Auto in den Abmassen (ausser der Höhe) und dem Gewicht mit einigen SUVs durchaus mithalten kann und auch der Verbrauch im Vergleich zu einigen SUVs nicht günstiger ist. Sieht man mal von der Höhe ab, nimmt sich so ein SUV (mal abgesehen von einigen Giganten) nicht viel im Vergleich zu großen PKWs. Ich frage mich mehr, warum so viele Menschen so große Autos fahren, wo sie doch auch mit kleineren problemlos durchs Leben kommen würden. Wie man liest, ist die Zeit des Autos als Statussymbol ja wohl vorbei, oder doch nicht?

  2. Na ja, Hans, große Autos sind immer noch Ego-Booster ersten Ranges. Egal ob Stadt oder Land, das „dicke“ Auto lässt seinen Besitzer zumindest kurzfristig wichtiger erscheinen. Was den Astra-SUV-Vergleich angeht, bin ich vorsichtig: SUVs vergleichbarer Zuladung sind eher größer, und selten wird so (vermeintlich in die eigene Tasche) gelogen wie beim Verbrauch – nicht nur von den Herstellern, nur von denen besonders. Owner’s pride lässt den stolzen Besitzer häufig den Verbrauch herunterspielen, wenn man eh schon nicht ganz zufrieden ist, sieht man das schon realistischer. An der Physik, die letztlich gleich alte aber unterschiedlich schwere, starke und windschlüpfrige Autos im realen Fahrbetrieb ungleich viel verbrauchen lässt, kommt man, so fürchte ich, nicht wirklich vorbei.

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