Dämmerung, Grauen, Laternenlicht Anmerkungen zum Übergangslicht

Besonderer Zeitraum des Tages, wenn es nicht mehr Tag ist, aber noch nicht Nacht oder nicht mehr Nacht, aber noch nicht Tag. Zeichen dafür, das etwas endet oder beginnt. Es dämmert, sagt man. Im übertragenen Sinne: „mir dämmert“.

Die Dämmerung ist vielgestaltig:

  • Morgendämmerung (vor Sonnenaufgang) – dem morgendlichen Übergang von der Dunkelheit der Nacht zur Helligkeit des Tages; und
  • Abenddämmerung (nach Sonnenuntergang) – dem abendlichen Übergang vom Licht des Tages zur Dunkelheit der Nacht.

Im Dämmerungsverlauf lassen sich drei aufeinanderfolgende Phasen unterscheiden und danach abgrenzen, wie tief die Sonne unter dem Horizont steht (Sonnenstand unter dem Horizont angegeben als Tiefenwinkel der Sonnenscheibenmitte), so abendlich:

  • bürgerliche Dämmerung – Lesen im Freien möglich (Tiefenwinkel bis 6 Grad)
  • nautische Dämmerung – Horizont (Kimmlinie) noch/schon erkennbar und schon/noch einige Sterne sichtbar und anhand derer die Möglichkeit zur nautischen Navigation (Tiefenwinkel bis 12 Grad)
  • astronomische Dämmerung – bis zur maximalen Dunkelheit tiefer Nacht (Tiefenwinkel bis 18 Grad)

(Quelle: Wikipedia)

Wenn ich demnächst im Sommer auf der Terrasse sitze und lese (was ich sehr gerne mache) und meine Frau mir zuruft: „Das ist doch viel zu dunkel zum Lesen!“, werde ich zurück rufen: „Das ist die bürgerliche Dämmerung und da ist Lesen im Freien möglich!“ Mir gefällt „bürgerliche Dämmerung“!

Es gibt die Morgendämmerung und die Abenddämmerung, aber es gibt anscheinend nur das Morgengrauen und kein Abendgrauen (zumindest konnte ich dieses Wort nicht in einschlägigen Wörterbüchern oder bei Wikipedia finden; lediglich als Buchtitel taucht es mal auf). „Wir treffen uns im Morgengrauen.“, aber nicht „Wir treffen uns im Abendgrauen“.

Der Fotograf sucht in der Dämmerung die vielgerühmte Blaue Stunde, um Fotografien mit besonderer Lichtstimmung zu machen. Die Zeit der bürgerlichen Dämmerung (und kurz danach) scheint ein passender Zeitraum zu sein. Die Blaue Stunde dauert nicht immer eine Stunde, sie ist mal kürzer und in manchen Regionen zu bestimmten Jahreszeiten deutlich länger.

In Verbindung mit den zur Dämmerung vorhandenen künstlichen Lichtquellen kommt es zum Zwielicht. Dem Licht der Blauen Stunde fügen die künstlichen Lichtquellen besondere Akzente hinzu. Straßenlaternen mit ihrem Licht schaffen begrenzte Räume im Halbdunkel und es entstehen damit Bildsituationen, die wir im Gedanken ausfüllen.
Das Licht der Morgendämmerung und Abenddämmerung empfinde ich unterschiedlich, auch das Licht der Straßenlaternen hat in meinen Augen in der Morgendämmerung eine andere Wirkung, als in der Abenddämmerung. Ob das physikalisch zu erklären ist oder auf psychischen Gegebenheiten beruht, weiss ich nicht; vielleicht wirken beide.

Posts Tagged with…