Das Echte

Oft lese ich in Begleittexten zu Fotostrecken über andere Länder, das der Fotograf „das echte/das wahre XXXX, abseits der Touristenpfade“ fotografieren/zeigen will. Zu Fotostrecken über sein Heimatland wird so etwas so gut wie nie geschrieben. Bedeutet dies, das wir meinen, von unserem Heimatland immer das Echte/das Wahre zu fotografieren, setzen wir das einfach voraus? Oder ist uns dies „zu Hause“ nicht wichtig?
Warum schreibt ein Fotograf, der in Hamburg wohnt und Fotos von München macht nicht, „ich wollte das echte/das wahre München, abseits der Touristenpfade fotografieren“? In Texte zu Fotostrecken über Thailand, Schottland, Mexico etc. taucht dieser Passus aber fast immer auf.

Man muß es annehmen Von Jemanden lernen, dem wir uns überlegen fühlen

„Wir Menschen lernen von der Natur;
von uns lernt die Natur gar nichts.“
(Fred Ammon)

 
Kapuzinerkresse
Bäume wachsen erfahrungsgemäß in der sog. freien Natur (so ist es zumindest noch) und sind somit dieser Natur ausgesetzt. Nicht nur Wind und Wetter wirken auf die Bäume ein, sondern auch viele Lebewesen sehen in Bäumen ihre Nahrungsquelle. Manchmal ist von „Fressfeinden“ die Rede, was natürlich Quatsch ist, denn „Feind“ ist keine Kategorie der Natur.
Diese sog. Fressfeinde fressen, um zu überleben, nicht um den Bäumen zu schaden oder sie gar (wie das bei Feinden eigentlich üblich ist), zu vernichten. Wird ein Baum im Übermaß als Nahrungsquelle strapaziert, kann dies zum Absterben der Bäume führen, was insbesondere für Mäusefraß gilt. Wurzeln und Rinde werden an- bzw. aufgefressen, was das Ende des Baumes bedeuten kann.
Es gibt diverse Möglichkeiten, die Mäuse von den Bäumen fern zu halten. Ich habe irgendwo gelesen, das Mäuse den Geruch von Kapuzinerkresse nicht mögen und habe auf den Baumscheiben der Apfel- und Birnenbäume jeweils ein Kapuzinerkresse gepflanzt, die sich in Folge der nassen zweiten Sommerhälfte prächtig entwickelt haben und die Baumscheiben komplett überwuchern. Somit trocknen auch die Baumscheiben nicht mehr so schnell ab. Ob die Mäuse sich davon fernhalten lassen, wird sich im Laufe der Zeit zeigen.
Auf dem Foto links neben der Baumscheibe sind noch die Reste einer Ringelblume zu sehen, die den ganzen Sommer über prächtig geblüht hat. Die Samen sorgen dafür, dass im nächsten Sommer diverse Ringelblumen erblühen werden. Nicht nur die Schönheit der Blüten bringt sie uns, sondern die Ringelblume sorgt auch für eine Bodenverbesserung.

Unverhofftes Zusammentreffen 5 Speierlingsbäume auf wenigen Metern

Gestern, an einem schönen Herbsttag, auf einem längeren Spaziergang, vor uns auf dem Weg zahlreiche Früchte; auf den ersten Blick dachte ich an Wildbirnen, aber der Blick auf den Baum und die Blätter revidierte die Einschätzung schnell, den die Blätter passten nicht zu einem Birnenbaum. Sie sahen eher nach einem Vogelbeerbaum, einer Eberesche, aus, aber dazu passten die Früchte nicht, mit denen die Bäume dicht behangen waren. Es konnten also nur Speierlinge sein, und gleich 5 in einer Reihe. Darauf war ich nicht vorbereitet, denn bei Wikipedia steht folgendes:

„Als Wildgehölz ist der Speierling eine der seltensten Baumarten in Deutschland und wurde hier wegen seines rückläufigen Bestandes 1993 zum Baum des Jahres gewählt.“

Diese 5 Bäume sind wohl eine Pflanzung, um die sich anscheinend aber niemand mehr kümmert, denn die Früchte lagen am Boden und waren großteils schon verdorben.
Die Früchte riechen birnen-/apfelähnlich (sehen auch aus wie Miniaturausgaben von Birnen/Äpfeln), sind 2-4cm groß, herb und wahrscheinlich schwer zu pflücken, denn sie hängen hoch an dünnen Ästen. Man müßte also Leitern mit Stützen haben, da die Leitern in den Ästen keinen Halt finden. Deshalb ist es so, dass die reifen Früchte nach dem Herabfallen vom Boden aufgesammelt werden.

Die folgenden Fotos sind leider etwas unscharf, da es bei den Aufnahmen windig war und die Äste zeitweise stark hin- und hergewedelt wurden, geben aber die Eigenheiten des Baumes und der Früchte ganz gut wieder.

Mal abgesehen vom schönen Herbstwetter, war diese Begegnung mit diesem so seltenen Baum allein den Spaziergang wert.

Aus deutschen Landen Alles nicht so einfach

Gott und Deutschland

Neulich war ich mal wieder ein paar Tage unterwegs, in der Heimat und nahe der Heimat. Und da habe ich den Spruch an einem Haus gesehen. Das Haus ist so ca. 120 bis 140 Jahre alt. Damals wurden Häuser noch mit Jahreszahlen und/oder Sprüchen versehen. Das Haus steht auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, der Spruch hat diese Zeit erstaunlicherweise unbeschadet überstanden. Gäbe es diese Art der Häuserdekoration noch – was würden wir an heutigen Neubauten zu lesen bekommen? Ist der Spruch chauvinistisch, rassistisch, frauenfeindlich, … ?

In einem anderen Ort schmückt sich ein Haus mit dieser Tafel:

Goethe war hier

Auch diese Sitte (oder Unsitte?) gibt es nicht mehr – mangels entsprechender Geistesgrößen oder weil sich heute niemand damit schmücken will, das eine unserer gegenwärtigen Geistesgrößen in seinem Haus übernachtet hat?

Müsste diese Tafel nicht auch entfernt werden, denn Goethe hat durchaus auch Töne wie diese angeschlagen:
„Niemand bedenkt leicht, daß uns Vernunft und ein tapferes Wollen gegeben sind, damit wir uns nicht allein vom Bösen, sondern auch vom Übermaß des Guten zurückhalten.“
Vielleicht ereilt Goethe aber auch noch das gleiche Schicksal wie Luther und Bach, denen man Antisemitismus „nachgewiesen“ hat. Was wäre das für eine Schlagzeile im nächsten Goethejahr: „Deutscher Dichterfürst wird von brauner Vergangenheit eingeholt.“

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