„Um der Natur befehlen zu können, muß man ihr gehorchen.“
(Sir Francis von Verulam Bacon)

Seit einiger Zeit versuche ich aus einer brachliegenden Wiese, eine Streuobstwiese zu machen. Das Grundstück wurde früher als Kartoffelacker genutzt, was aber Jahrzehnte zurück liegt. Seitdem sich selbst überlassen, haben sich neben Gras und wenigen Wildblumen vor allem Ampfer und die Große Brennessel breit gemacht; auch Disteln und Kletten sind zahlreich vorhanden. Ein besonders schönes Exemplar der Kletten habe ich nicht mit abgemäht, sondern es durfte sich frei entwickeln. Der Boden ist gut, die Klette hat sich prächtig entwickelt.

Klette
Die Klette, fast mannshoch.

Gegen die Große Brennessel und den Ampfer kämpfe ich; nicht weil ich sie nicht mag, sondern weil sie überhand nehmen. Eine mühsame Arbeit; wer sich daran schon einmal versucht hat, kann dies nachempfinden. Auf den „befreiten“ Flächen säe ich Wildblumen aus, um die Wiese unter den Bäumen etwas bunter zu machen und auch, um den Insekten, die die Obstblüten bestäuben, Nahrung zu bieten, sozusagen als Belohnung. Brennesseln, die als Nahrung für Schmetterlingsraupen dienen, sind nach wie vor ausreichend vorhanden. Das wird auch trotz meiner Bemühungen so bleiben. Bei dieser Arbeit ist Demut eine angebrachte Haltung. Da ich auf chemische Bekämpfungsmittel verzichte, werde ich wohl immer nur Teilerfolge erzielen. Ganz brennessel- oder ampferfrei werde ich die Wiese wohl nie bekommen.
Ein Teil des Grundstücks, das mit Brombeeren, Schlehen, Wildrosen zugewuchert war, habe ich entbuscht. Auf diesem Stück habe ich im Frühjahr Wildblumensamen ausgebracht. Die extreme Trockenheit im ersten Halbjahr ließ mich fast verzweifeln, denn weil es dort in der Nähe kein natürliches Wasservorkommen gibt, konnte ich die Aussaat nicht wässern (der Antransport von Wasser ist in Folge erschwerter Zugänglichkeit des Grundstücks mehr als mühsam). Aber seitdem es im Juli und August kräftige Niederschläge gab, hat sich das Ganze gut entwickelt. Ich staune immer wieder, welche Kraft und Ausdauer in den meist immer winzigen Samen steckt. Das gibt Kraft für die weitere Arbeit.
Bunte Wiese
Im Frühjahr entbuscht, grünt und blüht inzwischen die Aussaat.