„Im Unterschied zur Kunst anderer Epochen ist die aktuelle Kunst ohne die deutende doktrinäre Ästhetik unverständlich“. (Nicolás Gómez Dávila)

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Was war An was erinnere ich mich wie?

Mit zunehmenden Lebensalter nimmt normalerweise das Reservoir der Erinnerungsmöglichkeiten zu. Ich habe viel erlebt und wenn ich mich mit alten Freunden treffe, wird über „damals“ gesprochen – mal mehr, mal weniger. Erstaunlich, an wieviel ich mich erinnere, auch wenn meine Erinnerung nicht immer mit der Erinnerung meiner Freunde übereinstimmt (obwohl es um gemeinsam Erlebtes geht). Was bleibt? – wovon hängt das ab? Schwierig für mich ist, wenn ich sagen soll, was in einem bestimmten Zeitraum geschehen ist. Meine Erinnerung ist ereignisgeprägt. Es bedarf einiger Gedankenarbeit, um eine Erinnerung zeitlich einzuordnen. Es gibt allerdings bestimmte einzelne Zeitpunkte, die unvergesslich sind; diese sind an prägnante Ereignisse gebunden, so ähnlich wie damals im Geschichtsunterricht: „Wann wurde XXX-der-Große zum Kaiser gekrönt?“. Das Ereignis und seine Bedeutung konnte ich relativ gut behalten, den Zeitpunkt musste ich stupide lernen, vergaß ihn dann meist aber auch schnell wieder. Vielleicht eine Eigenheit von mir. Denn oft ist es im eigenen Leben, wie auch in der Geschichte, wichtig, wann etwas geschehen ist. Aber vielleicht ist das auch allgemein so und der Beginn einer Erinnerungsrede beginnt deshalb oft mit: „Weißt Du, damals, als wir …?“ Noch nie habe ich erlebt, das jemand z.B. zu mir sagt: „Weißt du noch, als wir am 23. Juni 1967 das und das gemacht haben?“

Nicht nur auf Fröbels Spuren Unterwegs in der Region Weimar / Rudolstadt

In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen komme ich in die Region Weimar / Rudolstadt, nach Ostthüringen. Eine offene Landschaft, mit sanften Hügeln, Wiesen, auf denen alte Obstbäume ihrem Ende entgegensehen, bewaldete Hügel und kleinen Ortschaften. Mehr oder weniger in jedem Ort trifft man auf Zeugnisse einer kulturellen Hochblüte, zu der nicht nur Schiller und Goethe beigetragen haben, wenn sie auch der Auslöser gewesen sein mögen.
Die Wanderwege in dieser Region sind nicht besonders schwierig, auch wenn es fast immer auf und ab geht; aber die Steigungen sind nie sehr lang. Zu Zeiten, als noch weite Strecken zu Fuß zurückgelegt wurden, dienten die Wege ja auch nicht der Körperertüchtigung. Goethe wanderte 6-8 Stunden von Weimar zum Schloß Kochberg, Fröbel ging den Weg von Blankenburg nach Keilhau zeitweise täglich. Heute ist sein Weg Bestandteil des Friedrich-Fröbel-Wanderweges. Ein Weg für den Spätsommer / Herbst, der all das, was diese Region für mich so interessant macht, zeigt.

Auf dem Friedrich Fröbel Wanderweg
Fröbelblick; auf dem Friedrich Fröbel Wanderweg. Die Säule vereint die Fröbelschen Spielgaben Würfel, Walze, Kugel

Wer nicht wandern möchte, findet in den Städten und Dörfern Zeugnisse einer deutschen Kulturepoche, die für mindestens 2 Wochen Aufenthalt keine Langeweile aufkommen lassen und lange nachwirken.

An einem heissen Sommertag

An einem heissen Sommertag

Vor etlichen Jahren, Sizilien; Blick auf Cefalù vom Rocca di Cefalù. Wahrscheinlich die meistfotografierte Ansicht der Stadt. Der Aufstieg lohnt sich; wir waren während unseres eine Woche dauernden Aufenthaltes mehrmals oben, zu verschiedenen Tageszeiten. Die Bilder habe ich noch immer vor meinem inneren Auge.

Fluchtpunkt Natur Die Natur als Rückzugsgebiet für Kritiker der Moderne

Vor ein paar Tagen wurde mal wieder der Film „Fahrenheit 451“ im Fernsehen gezeigt. Immer wieder sehenswert, nicht nur im Hinblick auf den Inhalt, sondern auch wegen der fotografischen Umsetzung und insbesondere der Darstellung des ‚Montag‘ durch Oskar Werner.
Am Schluß wird gezeigt, wie Montag die Stadt verläßt und in die Natur, aufs Land, zu den ‚lebenden Büchern‘ flieht. Eine ähnliche Deutung der Natur als Rückzugsgebiet für Kritiker, findet sich auch in anderen SciFi-Geschichten, so z.B. bei Huxley in „Schöne neue Welt“ . Und auch im Film „Blade Runner“ ist die Natur der erträumte Gegensatz zu einer chaotischen, herunter gekommenen Stadt.
Glaubt man den Medien, ist in Deutschland eine Landflucht zu verzeichnen, die Dörfer entvölkern sich und in den Städten wird der Platz knapp. Einige Stadtteile entwickeln sich in Richtung Blade Runner-Zustände. Mal sehen, wann sich das umkehrt.

Status quo Zur Umstellung auf eine andere Blogsoftware

Bisher habe ich diese Website mit Koken verwaltet. Neuerdings traten technische Probleme auf (Seiten blieben beim Aufruf leer, wurden nicht richtig dargestellt …), deren Behebung mir nicht gelang. So nutzte ich das Problem, um zu WordPress (zurück) zu wechseln. Natürlich in der Hoffnung, von derartigen Problemen verschont zu bleiben. Aus alten WordPress-Zeiten bin ich auch etwas vertrauter mit Fehlersuche und Code-Anpassungen bei WordPress, so dass ich dem etwas gelassener entgegen sehe.
Die bisher hier veröffentlichten Fotos und Texte habe ich nicht aus Koken ex- und in WordPress importiert. Somit wird aus einer technischen Umstellung der Beginn von etwas Neuem (ich erfinde mich allerdings nicht neu, wie das heute allenthalben zu hören und zu lesen ist). Wahrscheinlich wird das Neue aber viele vertraute Züge tragen.